Ein kurzer Überblick über Lage, Entwicklung und Infrastruktur der Ortsgemeinde.
Die Ortsgemeinde Faid hat 1.050 Einwohner und gehört zur Verbandsgemeinde Cochem im Landkreis Cochem-Zell, der zum Land Rheinland-Pfalz gehört.
Faid gehört zur Vordereifel und liegt lediglich 8 Kilometer von Cochem und dem schönen Moseltal entfernt. Auch zum Ferienland der Thermen und Maare sind es nur etwa 15 Kilometer. Der legendäre Nürburgring liegt rund eine halbe Autostunde entfernt und mit etwa 35 Kilometern ganz in der Nähe.
Seit etwa 25 Jahren vergrößert sich unser Dorf Zug um Zug. Fast 100 Baugrundstücke wurden in dieser Zeit verkauft und junge Familien haben sich in unserem schönen Ort angesiedelt. Ein zweigruppiger Kita und unser schönes barrierefreies Gemeindehaus sind Beispiele für die gute Infrastruktur.
Faid nimmt am Projekt „Zukunfts-Check Dorf“ teil und wird auch in den kommenden Jahren seine Entwicklung fortsetzen. Die Gewerbegebiete Faid-Süd und Faid-West sind mit renommierten Firmen und einem Baumarkt gut aufgestellt.
943
Erste urkundliche NennungDer Name Faid erscheint erstmals in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Stablo.
1255
Güter zu „Vyde“Eine Urkunde nennt Güter zu „Vyde“, die dem Kloster Himmerod geschenkt wurden.
1678
Faid und CochemEin kurfürstlicher Erlass erklärt die Faider zu Mitbürgern der Stadt Cochem.
1714
Brand und WiederaufbauEin Blitzschlag zerstört die Kirche und fast das gesamte Dorf; Faid wird weiter östlich neu aufgebaut.
1793
Teilung der WälderDie gemeinschaftlichen Wälder von Faid und Cochem werden geteilt.
Heute
Faid entwickelt sich weiterMit 1.050 Einwohnern, Kita, Gemeindehaus und den Gewerbegebieten Faid-Süd und Faid-West verbindet der Ort Geschichte und Gegenwart.
02 / Überlieferung
Geschichtliches
Ein historischer Beitrag von Peter Gärtner über Namen, Herrschaft, Wald, Weide und die Entwicklung des Dorfes.
Über die Entstehung und das Alter von Faid lässt sich heute nichts Genaues sagen. Der Name wurde unter anderem mit „Fett“, dem lateinischen „feudum“ (Lehen) und „fagus“ (Buche oder Buchenwald) in Verbindung gebracht. Die Herleitung aus dem Buchenwald erscheint in der überlieferten Darstellung am wahrscheinlichsten.
Gaius Julius Cäsar schildert das Gebirgsland der Treverer als ein großes bewaldetes Gebiet. Durch diese Wälder führten wichtige Römerstraßen. Eine Verbindung von der Mosel zur Eifel nahm bei Senheim gegenüber ihren Anfang, führte über die Höhe am Heidekeller vorbei und weiter nach Faid und Büchel. An solchen Wegen entstanden Siedlungen.
Zum ersten Mal findet sich der Name des Dorfes im Jahr 943 in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Stablo in Belgien. Eine weitere Urkunde aus dem Jahr 1255 nennt Güter zu „Vyde“, die dem Kloster Himmerod geschenkt wurden. Später gehörte Faid zur Herrschaft der Winneburger.
Faid bildete zeitweise mit Cochem eine Gemeinde. In einem kurfürstlichen Erlass von 1678 wurde erklärt, dass die Faider als Mitbürger zur Stadt Cochem gehörten. Sie mussten in Cochem Frondienste leisten und sich an Kirchen-, Schul- und Rathausbauten beteiligen, waren aber von bestimmten Amtsfronden verschont.
Mit Cochem teilte Faid außerdem Wald und Wildland. Für Neubauten durfte aus dem gemeinschaftlichen Wald Holz entnommen werden. Das Recht auf Brenn- und Bauholz führte immer wieder zu Streitigkeiten. Auch das Weiderecht war von großer Bedeutung: In den gemeinsamen Wäldern durften die Faider ihr Vieh weiden und in früherer Zeit sogar Schweine zur Bucheckern- und Eichelmast auftreiben.
1793 wurden die Wälder geteilt. Noch Jahrzehnte später stritten Faid und Cochem über die Aufteilung und die Nutzung des Wildlandes. Ein besonderes Recht im Klottener Wald und im Privatwald von Müller aus Cochem bestand bis etwa 1900: Faider Familien durften dort junges Gras rupfen und mussten dafür zur Osterzeit jeweils zwei Eier abgeben.
Auch Brände und Kriegszeiten prägten den Ort. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts lag das Dorf weiter nordwestlich bei Allemtsbrunnen und Bohrgasse. Nach einem verheerenden Brand wurde es weiter östlich um die Kirche wieder aufgebaut. Am 13. Juli 1714 schlug der Blitz ein und zerstörte Kirche und Dorf; nur wenige Häuser blieben verschont.
Die Kriegsjahre des 18. und frühen 19. Jahrhunderts brachten Einquartierungen, Abgaben, Vorspanndienste und große Not. Da Faid an einer Straße zwischen Mainz und Köln lag, wurde der Ort auch während der französischen Kriegsjahre stark belastet. Überlieferungen berichten von verstecktem Vieh, beschlagnahmten Lebensmitteln und großer Armut.
Erste bekannte Nennung des Namens Faid in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Stablo.
Eine Urkunde nennt Güter zu „Vyde“ im Zusammenhang mit dem Kloster Himmerod.
Faid wird in einem kurfürstlichen Erlass als Mitbürger der Stadt Cochem bezeichnet.
Ein Blitzschlag zerstört Kirche und fast das gesamte Dorf.
Die gemeinschaftlichen Wälder von Faid und Cochem werden geteilt.
Faid aus der Luft · Aufnahme um 1960
03 / Ortsbild
Historische Ortsansichten
Ein Blick auf Häuser, Wege, Wasserstellen und die Struktur des historischen Dorfes.
Um 1900 lag Faid fünf Kilometer von Cochem entfernt auf dem Eifelgebirge an der Provinzialstraße nach Ulmen. Nach der Volkszählung von 1890 gab es 107 Wohnhäuser und 452 Einwohner.
Die Häuser waren mit wenigen Ausnahmen in Fachwerk ausgeführt. Viele trugen Strohdächer, die nach und nach durch Schieferdächer ersetzt wurden. Wohnhaus, Scheune und Stall bildeten häufig ein einziges Gebäude; der Hausflur diente zugleich als Küche. Neben den Häusern lagen Gärten, in denen vor allem junge Kohlpflanzen für die Äcker gezogen wurden.
In der Mitte des Dorfes stand auf einer erhöhten Stelle die Pfarrkirche. Direkt daneben lag das alte Schulhaus mit zwei Gemeindebacköfen im Erdgeschoss. Die durch das Dorf führende Straße wurde 1898 gebaut. Von ihr zweigten Kirchweg, Stiergasse, Böllergasse, Queter und weitere Wege ab. Die Kirche bildete die Grenze zwischen Ober- und Unterdorf; das äußerste Ende des Unterdorfes wurde „Klein-Frankreich“ genannt.
Faid liegt auf der Wasserscheide zwischen Ellerbach und Endertbach und war wasserarm. Im Dorf gab es mehrere Gemeindebrunnen, darunter tiefe offene Brunnen mit großen Rädern und Ketten. Außerdem bestanden kleine Wasserleitungen und ein Brandweiher, der 1893 deutlich vergrößert wurde.
Haus Alois GerhartzSpritzenhaus · Aufnahme von 1941
04 / Menschen
Die Bewohner
Landwirtschaft, Viehzucht, Arbeit und das alltägliche Leben in der historischen Überlieferung.
Die überlieferte Beschreibung charakterisiert die Bewohner von Faid als kräftige, gesunde, offene und genügsame Menschen. Die meisten beschäftigten sich mit Ackerbau und Viehzucht. Der Acker war vielerorts schwer zu bewirtschaften; kleine, durch Erbteilung entstandene Flurstücke lagen bunt durcheinander.
Stallmist wurde für die Felder benötigt, zugleich aber auch an Weinbergsbesitzer an der Mosel verkauft. Kunstdünger, besonders Kalk, wurde eingesetzt. Nach einer Viehzählung aus dem Jahr 1892 gab es in Faid 25 Pferde, 283 Stück Rindvieh, 183 Schafe, 218 Schweine, 27 Ziegen und 14 Bienenstöcke.
Bart Hannes · Aufnahme um 1890Dorfstraße in Faid · 1. Mai 1959
05 / Bildung
Die Faider Schule früher
Schulgeschichte, Lehrerpersönlichkeiten und die Auflösung der Schule im Jahr 1972.
Volksschule Faid mit Lehrer Karger · Jahrgang 1935–1937
Vom Schulsaal zur Schule
Wann der erste Unterricht in Faid begann, ist nicht sicher überliefert. Die erste Schule lag in der Nähe der Kirche; im Erdgeschoss befanden sich Gemeindebacköfen. Das neue Schulhaus wurde 1843 erbaut und 1844 von Lehrer Fritzen bezogen. Es hatte zwei Geschosse, einen Schulsaal, eine Lehrerwohnung, Stall und Keller.
Entwicklung und Ende
Die Zahl der Schulkinder stieg von 40 im Jahr 1828 auf 76 im Jahr 1883 und 96 im Schuljahr 1885/86. Ab Juni 1885 wurde deshalb eine Halbtagsschule eingerichtet. Am 17. Januar 1972 wurde die Faider Schule aufgelöst; die Klassen 1 bis 4 wechselten zur Grundschule Dohr.
Überlieferte Lehrerinnen und Lehrer
Ludi-Magister Lielca. 1740
Ludi-Magister Freimuthca. 1750–1770
Johannes Osterunbekannt
Fritzen1840–1860
Nell1861–1879
Latz1879–1883
Reuter1883–1894
Bengel1884–1900
Simon1901–1906
Peter Lamby1906–1913
Wilhelmine Krick1915–1934
Weber1939–1945
Weyer1939–1955
Karger1949–1967
Lerch1956–1983
Diesch1970–1972
06 / Überlieferung
Aberglaube
Erzählungen und Vorstellungen, die zum überlieferten Alltagswissen früherer Generationen gehörten.
Vor vielen hundert Jahren soll Faid von der Pest heimgesucht worden sein. In dieser Not errichtete man ein Heiligenhaus mit dem Bild der vierzehn heiligen Nothelfer. Als das Gebäude 1884 abgerissen wurde, glaubten ältere Bewohner, die unter einem schweren Stein begrabene Pest könne nun wieder frei kommen.
Besonders stark war der Glaube an Hexen. Als Schutz galt das „Teufelsgeißelchen“, eine gesegnete Kugel oder ein kleines Kästchen, das Pferden und Kindern zum Schutz umgehängt oder in die Wiege gelegt wurde. Auch die Turmuhr und die Altarkerzen galten als Vorzeichen für einen bevorstehenden Todesfall.
Im bäuerlichen Kalender spielten Naturbeobachtungen eine Rolle: Salat sollte nicht bei zunehmendem Mond gesät werden, Weizen säte man bei Sonnenuntergang, damit die Spatzen ihn später nicht holen würden.
07 / Zeichen des Ortes
Das Wappen von Faid
Die drei Felder des Wappens verbinden Trier, Stablo und den Kirchenpatron St. Stephanus.
Wappenbeschreibung
Der Schild ist zweimal gespalten:
links: rotes Feld mit gelbem Bischofsstab,
Mitte: silbernes Feld mit schwarzem Wolf, rot bewehrt und mit roter Zunge,
rechts: rotes Feld mit goldener Palme.
Der Bischofsstab erinnert an die Herrschaft der Kurfürsten und Erzbischöfe von Trier. Der Wolf ist dem Wappen von Stablo in Belgien entlehnt, das bereits 943 in einer Schenkung an Faid genannt wird. Die Palme ist das Attribut des Kirchenpatrons, des heiligen Stephanus.